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Geschichte
Vor rund 1000 Jahren war Sylt noch Teil Jütlands. Es wurde erst durch mehrere Sturmfluten im Lauf des Mittelalters zur Insel. Im 8. und 9. Jahrhundert wurde Sylt von Friesen besiedelt. 1386 wurde es zwischen dem Herzog von Schleswig und dem Königreich Dänemark aufgeteilt. 1435 ging die Insel - bis auf die Halbinsel Listland, die bis 1864 zu Dänemark gehörte - an das Herzogtum Schleswig über. Im 17. und 18. Jahrhundert gelangten die Bewohner der Insel durch Walfang, Seefahrt und Austernzucht zu Wohlstand. Heute sind Fremdenverkehr und Landwirtschaft die bedeutendsten Wirtschaftszweige der Insel.
- vor ca. 15 Millionen Jahren verschwand das heutige Sylt im Meer
- vor ca. 10 Millionen Jahrengab das Meer das heutige Sylt wieder her
- 12.000 Jahre vor Chr. war Sylt mit dem Festland verbunden
- ca. 10.000 Jahre vor Chr. bestand Sylt durch den erhöhten Wasserstand aus 3 kleinen Inseln, die durch neu entstandenes Marschland miteinander verbunden waren; der Aufbau von Sand- und Dünengebieten ging voran
- zwischen 4.000 bis 1.500 vor Chr. hinterließ die Steinzeit ihre Spuren in den ca. 500 Hünengräbern; das bekannteste ist das Denghoog-Grab im heutigen Wenningstedt
- ca. 850 vor Chr. besiedelten die ersten Friesen Sylt; sie kamen aus den Gebieten des Rheins und der Weser; Sylt war noch mit der Insel Föhr über den Landweg verbunden
- 1141 wurde die Insel zum ersten Mal durch den dänischen König urkundlich erwähnt
- ca. 1150 entstanden die ersten 4 Kirchen auf Sylt; eine von ihnen, die Seefahrerkirche St. Severin steht im heutigem Keitum, eine andere, St. Martin in Morsum
- um 1240 gab es 11 Kirchen auf Sylt
- 1349 wurde die Insel von einer schrecklichen Pest-Epidemie heimgesucht, wobei fast alle Bewohner starben
- 1362 wurde Sylt von einer schlimmen Sturmflut heimgesucht; man gab ihr den Namen "de grote Manndränke", wobei ca. 100.000 Personen ertrunken sein sollen; bei dieser Sturmflut wurde Sylt vom Festland getrennt
- 1436 wurde der Ort Westerland gegründet
- 1570 wurde Sylt erneut von einer schlimmen Sturmflut überrollt; bei dieser Naturkatastrophe starben ca. 20.000 Menschen und die Insel erhielt ihre heutige Form
- um 1610 entdeckten die Sylter Fischer eine neue Einnahmequelle neben dem Heringsfang, den Walfang
- zwischen 1626 und 1628, der Zeit des dreißigjährigen Krieges, landeten 400 Soldaten des kaiserlichen Wallenstein-Kommandos auf Sylt
- 1634 fordert nach alten Dokumenten eine weitere Sturmflut, genannt "Buchardiflut", 6.123 Menschenleben; die Lage des Weststrandes lag danach noch 2,5 Kilometer weiter in der Nordsee
- 1644 gab der dänische König Christian IV. während der Seeschlacht nördlich des heutigen List der Lister Reede den Namen Königshafen; er besiegte dort 35 holländisch-schwedische Schiffe
- im März 1744 kamen in einem verheerenden Sturm vor der Küste Rantums 82 Sylter Seeleute ums Leben, darunter 22 Männer aus Morsum und 16 aus Keitum
- 1830 wurde der 1793 geborene Uwe Jens Lornsen zum ersten Landvogt von Sylt ernannt; seine Amtszeit dauerte ganze 10 Tage, da er für die Unabhängigkeit Schlewig-Holsteins eintrat; danach wurde er in Festungshaft genommen
- 1851 erschien der Roman "Der Voigt von Sylt"; dieser Bestseller von Theodor Mügge machte die Insel Sylt für den Tourismus mit dem Satz "Legt Seebäder an, und eure Möwen und Seeschwalben werden goldene Flügel bekommen" populär
- 1854 begrüßten die 500 Einwohner von Westerland die ersten Badegäste auf Sylt
- 1855 wurde Westerland zum ersten Seebad mit Badekuren am Strand; dieses wurde von Wulf Manne Decker und dem Hamburger Arzt Dr. Ross ins Leben gerufen
- 1866 wurde Schleswig von den Dänen übernommen; dies führte zum Krieg zwischen Preußen und Österreich; da die Preußen siegten, fiel Sylt in preußische Hand
- 1867 wurden von preußischen Bautrupps zum Schutz der Küste vor dem Meer Buhnen am roten Kliff errichtet
- 1887 starb der Sylter Theodor Strom aus Wenningstedt; sein Manuskript für die "Sylter Novelle" blieb so unveröffentlicht und verschwand für ca. 70 Jahre, bis es in Kiel wieder auftauchte
- 1888 wurde die Inselbahn von Munkmarsch nach Westerland in Betrieb genommen
- 1892 schrieb der Sylter Detlev von Liliencron die Sage vom berühmt-berüchtigten Seeräuber und Freibeuter "Pidder Lüng"; dessen Wahlspruch war "Lewwer duad üs Slaav!"
- 1901 wurde die neue Bahnstrecke von Westerland nach Hörnum in Betrieb genommen
- 1903 wurde die Bahnstrecke von Westerland nach Wenningstedt-Kampen in Betrieb genommen
- 1908 wurde die Inselbahnstrecke zwischen Westerland und Kampen bis List ausgebaut und in Betrieb genommen
- 1914, während des ersten Weltkriegs, plante Churchill die Übernahme der Insel, doch der Plan wurde vom britischen Kriegsrat abgelehnt
- 1920 erklärten 88,4% (2.715 Personen) der Sylter in einer Volksabstimmung, daß sie lieber Deutsche als Dänen seien
- zwischen 1923 und 1927 wurde der 11,2 Kilometer lange Hindenburgdamm erbaut, der Sylt mit dem Festland verbindet
- am 01.06.1927 fuhr der erste Zug über den Hindenburgdamm; im Zug saß der Namensgeber, Reichspräsident Hindenburg
- 1928 wurde die Inselbahnlinie zwischen Westerland und Munkmarsch abgebaut
- ab 1945 wurde Sylt als Erholungsgebiet von den Alliierten freigegeben; es wurden bis zum Winter 1947/48 ca. 13.956 Flüchtlinge aus ostdeutschen Gebieten aufgenommen; die Einheimischen bestanden zu dieser Zeit aus 12.449 Personen
- ab 1948 mußte alles was in Deutschland Rang und Namen hat Urlaub auf Sylt machen; Kampen wurde zur Hochburg der Prominenten
- 1962 trennte eine weitere Sturmflut Hörnum vorübergehend vom Rest der Insel; der Wasserstand lag bei dieser Flut 3,41 Meter über Normal
- 1970 wurde nach 69 Jahren die komplette Inselbahn stillgelegt und die Bahngleise entfernt
- 1976 drohte Sylt bei einer erneuten Sturmflut in mehrere kleinere Inseln zu zerbrechen
- 1989 wurde eine Gesamt-Kurkarte für Sylt eingeführt, von der lediglich Kampen ausgenommen war; sie wurde sehr schnell wieder abgeschafft
- 1999 wurden für Sandvorspülungen an den Weststränden ca. 10 Millionen DM ausgegeben
- im Dezember 1999 raubte der Sturm Anatol einmal mehr sehr viel Strand und verwüstete in Kampen die Parkanlage der Kupferkanne erheblich
Das Wattenmeer zwischen Sylt, Föhr und Amrum wurde im Herbst 1998 stark verschmutzt. Nachdem der Frachter Pallas südwestlich von Amrum gestrandet war, liefen etwa 50 Tonnen Öl in die Nordsee.
Bei orkanartigen Stürmen wurden im Dezember 1999 und im Januar 2000 Teile des die Insel schützenden Dünengürtels zerstört. Darüber hinaus wurden auch Teile der Kliffs abgetragen.
Damit aber nicht genug: Jahr für Jahr rauben immer stärker werdende Nordseestürme, im Volksmund "Blanker Hans" genannt, den Sand von den Weststränden der Insel. Durch millionenteure Sandvorspülungen soll diesem entgegengewirkt werden, doch eine optimale Lösung ist dies nicht. So könnte es sein, daß Sylt in gar nicht mal allzu ferner Zukunft zwischen Rantum und Hörnum, dem schmalsten Teil der Insel, in zwei Teile zerbricht. Und wenn nicht ein Wunder geschieht oder eine technische Superlösung erfunden wird, ist Deutschlands beliebteste Urlaubsinsel irgendwann im Meer verschwunden.
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