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Orte
Die meisten Orte auf der Insel sind eigenständig: Hörnum, Kampen, List, Rantum und Westerland. Fünf Orte haben sich zur Gemeinde Sylt-Ost zusammengeschlossen: Archsum, Keitum, Morsum, Munkmarsch und Tinnum. Dazu bilden Wenningstedt und Braderup heutzutage einen Gemeinschaftort.
- Archsum (Sylt-Ost)
Der Name Archsum steht für "Heim des Arke", welcher ca. 4.000 Jahre alt ist. Es ist der kleinste und ruhigste Ort auf der Insel. Man findet dort die absolute Ruhe zwischen ein paar weit verstreuten Bauernhöfen, Äckern und Reetdachhäusern. In Archsum kann man ausgedehnte Spaziergänge auf dem 1937 erbauten Nösse-Deich machen oder zu der in den 1960er Jahren ausgegrabenen Ringwallburg aus der Wikingerzeit pilgern. Weiterhin kann man auch das Ganggrab "Modjes Küll", was soviel bedeutet wie "Großmutters Kuhle", besuchen. Wenn man etwas Besonderes erleben möchte, sollte man zu Pfingsten nach Archsum kommen, da dann jeden zweiten Sonntag das Ringreiten veranstaltet wird. Dieses wird in den Orten Archsum, Keitum und Morsum ausgetragen und ist mit Schützenfesten zu vergleichen, nur in etwas anderer Form. Das Ringreiten zieht sich über 14 Wochen hinweg und ist nahezu einmalig in Deutschland. Wer aber nicht nur die absolute Ruhe sucht, sondern auch noch andere Teile der Insel sehen möchte, sollte auf jeden Fall motorisiert sein.
- Braderup (Wenningstedt-Braderup)
Braderup ist wohl das älteste Dorf auf Sylt und wurde zur Zeit der Wikinger gegründet. Seit 1927 ist der Ort eingemeindet und zählt zu Wenningstedt, obwohl die Menschen aus Braderup sich eher dem Ort Kampen zugehörig zählen. Dieses kleine Dorf liegt an der Wattseite zwischen einem Heidekraut-Naturschutzgebiet, in dem es seit altersher spuken soll, und dem weißen Kliff. Im Sommer, wenn die Heide blüht, findet man dort Bienenstöcke der einheimischen Imker und von Ostern bis Oktober eine Ausstellung der Naturgemeinschaft Sylt. Die Heide in Braderup zieht sich bis Kampen, wo sich im August ein ausgedehnter Spaziergang lohnt, wenn das Erika in voller Blüte steht. An der Steilküste des weißen Kliffs, welches sich bis Munkmarsch ausdehnt, ist der hellste Sand von Sylt zu finden. In Braderup sind überwiegend großzügig angelegte Privatresidenzen sehen.
- Hörnum
Der Name rührt von dem alten Wort "Hörn" her, was soviel heißt wie "Spitze". Es ist der südlichste und angeblich jüngste Ort der Neuzeit auf Sylt. Der Ort ist genau richtig für Leute, die Ruhe und Erholung in familiärer Atmosphäre suchen, dazu auch noch sehr preiswert.
Schon im 15. Jahrhundert wird Hörnum als Seeräuberversteck erwähnt, hauptsächlich durch den Fischer Pidder Lüng. Jener Pidder Lüng wurde in frühester Kindheit von allen gehänselt und sagte später zu allem Nein, was man von ihm verlangte. Er kannte nur ein Leben in Armut, bis er sich eines Tages gegen die Tyrannei des Strandvogtes auflehnte und einen seiner Geldeintreiber im heißen Grünkohl erstickte. Nach dieser Tat war Pidder Lüng für lange Zeit verschwunden. Als er wieder auf die Insel zurück kam, hatte er sich eine Freibeuterflotte und die Rantumburg als Versteck aufgebaut. Zwischen Helgoland und Sylt trieb er nun sein Unwesen, bis zu jenem verhängnisvollen Tag wo die Strandvögte sich zusammen schlossen, die Rantumburg zerstörten und seine Flotte so betrunken machten, das sie alle auf dem Galgenhügel bei Munkmarsch gehängt wurden. Pidder Lüngs letzte Worte waren wohl "Lewer duad üs Slaav" ("Lieber tot als Sklave").
Erst danach wurde der Ort Hörnum wieder neu belebt und zwischen 1899 und 1901 aufgebaut, als eine Reederei ihre Schiffe nicht mehr über den Ellenbogen nach Sylt einlaufen lassen wollte, sondern direkt am Oststrand. So entstand hier auch die erste 153 Meter lange Schiffsanlegebrücke, die heute ein schmucker Hafen ist. 1901 stand das erste Haus auf Sylt, die Inselbahn wurde gebaut, um die Gäste, die mit den Schiffen in Hörnum ankamen, nach Westland zu fahren. 1907 wurde der Leuchtturm fertig gestellt und in Betrieb genommen. Zu dieser Zeit lebten zwischen 30 und 40 Menschen in Hörnum, heute sind es ca. 1.070 Personen.
Im ersten Weltkrieg wurde Hörnum für das Militär interessant - es entstand das erste Militärlager "Puan Klent", welches heute ein Kinderlandheim ist. Im zweiten Weltkrieg von 1935 bis 1946 wurde dort eine komplette Kaserne mit Seefliegerhorst errichtet, inklusive einiger Bunker. Ebenso wurden für die Soldaten Wohnsiedlungen in rotem Backstein errichtet, die heute fast alle in Privatbesitz sind und wo man als Gast gern willkommen ist, entweder in einem Zimmer - meist mit Frühstück - oder direkt in einem Appartement.
Wer als Gast nach Hörnum kommt kann einiges erleben, egal bei welcher Wetterlage oder Jahreszeit. Man kann einen ca. 1 bis 1,5 stündigen Spaziergang rund um die Südspitze machen. Wenn man am Hafen startet, kann man mit ein bißchen Glück den "hauseigenen" Seehund "Willi" sehen und füttern. Eigentlich ist Willi aber eine Williline. Dies weiß man seit 1999, als sie mit ihrem eigenem Seehundbaby in den Hafen kam. Willi lebt seit 1998 im Hafen. Bei diesem Weg um die Südspitze hat man einen wunderbaren Blick auf den Hörnumer Leuchtturm, oder bei gutem Wetter auch bis nach Anrum und/oder Föhr. Oder man entdeckt schon einige Seehunde, die von den Seehundsbänken bis fast an die Küste kommen.
Aber Hörnum hat noch mehr zu bieten außer dem Hafen und der Südspitze. Die kleinen Reetdachhäuser in den Dünen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Ebenso kann man vom Naturkundlichen Informationszentrum bzw. der Schutzstation Wattenmeer auch eine geführte Wattwanderung starten, es werden auch spezielle Führungen für Kinder angeboten. Im Jahre 1970 stellte die Inselbahn den Verkehr ein, die Gleise wurden abgerissen und es entstand ein schön ausgebauter Rad- und Wanderweg.
- Kampen
- Keitum
Der Name Keitum wurde abgeleitet von Heidum bzw. Heidedorf und ist die grüne Seele der Insel. Die Linden, Buchen, Ulmen und Eichen wurden allerdings erst um 1890 aus zweierlei Gründen gepflanzt: Erstens zum Schutz des Haufendorfes vor Wind und Sturm und zweitens aufgrund des Tourismus. Im Ort gibt es auch einige der ältesten Reetdachhäuser von Sylt, die zumeist von Seefahrern bewohnt waren. Die meisten Grundstücke sind hier nicht mit Zäunen versehen, sondern mit kleinen, zum Teil bepflanzten Mauern aus Natursteinen, was auch wieder Schutz gegen Wind, Sturm und "wilde Tiere" bietet.
Der Ort war mit seinem Hafen, der leider durch Versandung im Jahre 1868 geschlossen werden mußte, das "Sylter Tor zur Welt". Später verlegte man den Hafen nach Munkmarsch, wo 1867 eine Anlegestelle erbaut wurde. Durch den Bau des Hindenburgdamm wurde aber auch dieser Hafen stillgelegt.
Wenn man Ruhe sucht lohnt sich zu jeder Jahreszeit ein Spaziergang am "Grünen Kliff". Während der Hochsaison kann man so dem Trubel am Strand entgehen. Dazu hat der Ort noch vier weitere Attraktionen: Zum einen wäre da das als Museum dienende, 1739 erbaute Friesenhaus, wo man den Lebensstil der "alten" Sylter und alte Einrichtungsgegenstände findet. Zum anderen die Ende des 12. Jahrhunderts erbaute Seefahrerkirche St. Serverin. Die Steine für den Kirchenbau wurden der Überlieferung nach von König Knut dem Großen von England gestiftet. Weil beim Transport der Granitsteine ein Wagen brach, wurde die Kirche übrigens am nördlichen Rand von Keitum erbaut. Der Glockenturm wurde erst um 1450 erbaut und diente bis 1803 als Inselgefängnis. Im Inneren der Kirche findet man den aus dem 15. Jahrhundert stammenden geschnitzten Altar, die Kanzel aus dem 16. Jahrhundert und aus dem 17. Jahrhundert den romanischen Taufstein mit Löwenverzierungen. Dazu findet man hier auch eine der prächtigsten Orgeln der Insel mit 2.500 Pfeifen und 38 Registern. An der westlichen Seite des Glockenturmes fallen zwei riesige trapezförmige Steine auf, die die Namen Ing und Dung tragen. Hier unterscheiden sich allerdings die Überlieferungen: Die eine besagt, daß Ing und Dung die Steine gestiftet haben. Zum anderen erzählt eine Sage hierzu die Geschichte von zwei Frauen, die einen Haß auf junge hübsche Männer hatten und somit einen Fluch auf den Turm sprachen, woraufhin sich eines Tages eine Glocke löste, herunterfiel und dabei einen Jüngling erschlug. Den Namen St. Severin erhielt die Kirche erst im 14. Jahrhundert, nach der großen Sturmflut und der Pest, wonach die Insel fast menschenleer war, vom heiligen St. Severin, der im 4. Jahrhundert Bischof von Köln war. Ein Besuch lohnt sich auch für Besucher, die normalerweise nicht besonders gerne in eine Kirche gehen. Direkt neben der Kirche befindet der Friedhof, auf dem 17 Grabsteine unter Denkmalschutz stehen. Es ist wohl der Friedhof mit den ältesten Gräbern von "Prominenten". Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Sylter Heimatmuseum im alten Friesenhaus, welches 1759 vom Großvater des Sylter Freiheitskämpfer Uwe Jens Lornsen erbaut wurde. Es zeigt die Geschichte Sylts von der Steinzeit an, inklusive des Insel-Handwerks. Zum guten Schluß sind die Hünengräber Harhoog und Tipkenhoog zu erwähnen. Auf dem Hügel von Tipkenhoog findet jedes Jahr am 20. Februar das Biikebrennen statt. Von diesen Gräbern, die oberhalb des "Grünen Kliffs" liegen, hat man eine gute Aussicht bis nach Morsum.
- List
List wurde im Jahr 1292 erstmalig urkundlich erwähnt, vermutlich noch unter dem alten Namen Listum. Auch dieser Ort wurde bereits von der Nordsee verschluckt, der erste Ort List lag viel weiter westlich und ist heute in Privatbesitz. Dieser Ort gehörte bis 1866 zu Dänemark. Es gab bis dahin auch eine Zollstation, die am Ortsende von Kampen lag. Selbst heute zählen sich viele Lister noch mehr zu Dänemark zugehörig, als zu Deutschland. Daher heißt er auch bei den Listern heute noch "wir gehen nach Sylt". List ist mit 16 Quadratkilometern der größte Ort auf Sylt, inklusive dem Ellenbogen. Auch List hat eine bewegte Geschichte: In beiden Weltkriegen war List ein Anlaufpunkt für Flugzeuge und Schiffe.
Nicht zu vergessen: In List befindet sich Deutschlands nördlichste Fischbude, jene von Jürgen Gosch direkt am Lister Königshafen betriebene Schlemmerecke.
- Morsum
Der Name Morsum, so wird vermutet, kommt von dem Ausspruch "Hur muar sen", was so viel bedeutet wie "wo mehr Leute sind". Dieser Ort ist mit einer der Ältesten auf Sylt und dort wird von einigen Familien auch noch echtes Friesisch gesprochen.
Morsum ist der östlichste Ort der Insel und mit drei Wattseiten versehen, der aber hauptsächlich aus weit verstreuten Gehöften mit fruchtbaren Feldern und Wiesen besteht. Vermutlich bekommt man dort die frischesten Eier und noch warme Kuhmilch.
Das Wahrzeichen von Morsum ist ein altes Eisboot mit 5 lebensgroßen Puppen im Friesennerz. Mit diesen Booten wurde noch bis 1923 die Post vom Festland abgeholt und hingebracht.
Im Ort steht auch die berühmte turmlose Kirche St. Martin. Sie wurde um 1190 aus Findlingen und Granitquadern erbaut. Der Glockenturm steht einfach neben der Kirche. In St. Martin findet sich auch ein Taufstein aus dem 13. und eine Kanzel aus dem 17. Jahrhundert.
Aber das ist nicht alles was Morsum zu bieten hat. Das Morsum-Kliff, auch "Buntes Kliff" genannt, mit der Steilküste von ca. 20 Metern, ist ebenso sehenswert wie die Morsumer Heide, die zu einem ausgedehnten Sparziergang einlädt, welcher über geführte Wege auch zum Strand führt. Dort kann man die "Entstehungsgeschichte" der Insel erkennen.
- Munkmarsch
Munkmarsch ist ein Ortsteil von Keitum. Der Ort war einst die wichtigste Verbindung zum Festland, nachdem der Keitumer Hafen versandet war. Bis der Hindenburgdamm gebaut und in Betrieb genommen wurde, kamen in Munkmarscher Hafen alle Kurgäste mit Raddampfern an.
Danach wurde es sehr still um den Ort. Mit der Zeit war auch das alte Fährhaus verfallen, das 1869 erbaut wurde. Mittlerweile ist es neu renoviert worden und nun die einzigste Attraktion, die Munkmarsch zu bieten hat.
- Rantum
Rantum ist wohl der geschichtsträchtigste Ort auf Sylt. Der Name bedeutet "Heim der Ran". Der Ort ist im Laufe der Geschichte bereits zweimal verschwunden und befindet sich heute an einer dritten neuen Stelle. Er lag ganz zu Anfang viel weiter westlich. Rantum, das einst als reichstes Dorf der Insel galt, wurde durch die Naturgewalten zum Armenhaus der Insel, was sich heute jedoch wieder ins Gegenteil gewandelt hat. Die fruchtbaren Äcker wurden von der See, durch Sandstürme und Wanderdünen zerstört, ebenso wie das Dorf selbst unter Sandmassen begraben wurde. Heute ist die Gefahr gebannt, da die Dünen befestigt wurden und nicht mehr wandern können.
Rantum ist heute das schmalste Stück der Insel, zwischen 500 bis 800 Meter breit. Von der einstigen Rantumburg ist heute nichts mehr zu sehen, sie liegt wohl auf dem Grund der Nordsee. Diese schlimmen Schicksalsschläge hat Rantum der Sage nach wohl der Göttin des Seetodes und ihrem Gemahl, dem Wassergott Ekke, zu verdanken. Diese beiden nahmen das Land, gaben es wieder und waren für die verheerenden Sturmfluten verantwortlich.
Dafür besitzt Rantum heute die einzige Reetdachkirche auf Sylt. Man findet fast ausschließlich kleine Reetdachhäuser. Die alten Militärbaracken, die noch aus dem ersten Weltkrieg stammten, wurden 1920 durch feste Bauten ersetzt und in eine Jugendherberge verwandelt, das heutige Puan Klent. Diese Jugendherberge - sie liegt etwas abseits vom Dorfkern in den Dünen - zählt wohl zu den schönsten Deutschlands.
Eine weitere Besonderheit ist das Rantumbecken. Es wurde Ende der dreißiger Jahre künstlich angelegt und diente im zweiten Weltkrieg als Landeplatz für Wasserflugzeuge. Heute ist es eines der schönsten Vogelparadiese der Insel. Man kann entlang des Rantumbeckens spazieren gehen oder mit dem Vogelschutzwart eine Wanderung im Vogelparadies von Rantum machen.
Seit 1993 hat Rantum noch eine weitere Attraktion: die "Sylt-Quelle". Aus einigen hundert Metern Tiefe wird das naturreine Mineralwasser gefördert, welches sehr jodhaltig ist. Es werden täglich ca. 120.000 Flaschen Wasser abgefüllt. Auf der Wiese vor der Sylt-Quelle findet auch das alljährliche Biikebrennen statt.
- Tinnum
Tinnum könnte eigentlich als Industriegebiet von Sylt bezeichnet werden. Hier reihen sich Supermärkte, Autohäuser und verschiedene Großhandlungen aneinander.
Doch auch Tinnum hat seinen Reiz mit der letzten übriggebliebenen Tinnumburg, die nach Aussagen von Archäologen vor ca. 2.000 Jahren errichtet wurde. Nur zu welchem Zweck die Burg gebaut wurde ist bis heute nicht klar. Die Überreste der Tinnumburg bestehen aus einem Ringwall mit einem Durchmesser von ca. 110 Metern und einer Höhe von 5 bis 8 Metern.
Die alte Landvogtei, die 1649 erbaut wurde, ist ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel, obwohl man das wohl älteste Haus Tinnums nur von außen anschauen kann.
In der dänischen Zeit Sylts (bis 1742) wohnten in Tinnum die höchsten Beamten. 1825 verweilte dort der dänische König Friedrich VI.
Zu guter letzt verfügt Tinnum über einen kleinen Tierpark. Dort findet man allerhand auf Sylt heimische Tiere, ebenso wie einige Exoten, z.B. Wildschweine, Hirsche, Affen, Waschbären und Meerschweinchen. Außerdem findet man dort Esel und Zwergponnies, auf denen die kleinen Besucher Sylts ihre ersten Reitversuche unternehmen können.
- Wenningstedt
In Wenningstedt wird jedem richtig bewußt, wie die Nordsee die Insel Sylt durch Stürme kleiner werden läßt. Vor allem, wenn man sich vorstellt, daß vor ca. 1.000 Jahren Wenningstedt noch ungefähr 2 Kilometer weiter westlich lag. Zu dieser Zeit hatte der Ort mit ca. 200 Heringsfischerbooten wohl auch den größten Hafen der Insel. Beim Sturm "grode Manndrenke" im Jahre 1362 wurde der Ort samt Hafen vom Meer verschluckt. Bei späteren Ansiedlungen - vermutlich im 15. Jahrhundert - wurde auch der heutige Dorfteich angelegt, welcher ein Meeresdurchbruch aus der "groden Manndrenke" ist. Am "roten Kliff" kann man die Abbruchkanten noch heute sehr gut erkennen.
Das Hotel "Zum Kronprinzen" wurde 1903 ca. 50 Meter vom Strand in einer flachen Düne erbaut. Leider findet man von diesem Gebäude keine Überreste mehr, da sich die See soviel Land geholt hatte, daß dieses Gebäude - nachdem es mit einer Ecke schon über dem Abgrund schwebte - gesprengt werden mußte.
Auch Wenningstedt hat seine Reize, so den Dorfkern mit dem schönen Dorfteich, wo Enten, Schwäne und auch Möwen ihr Zuhause haben. In der Nähe liegt auch die 1914 erbaute Friesenkapelle, wo man das "Vaterunser" innen an der Wand auf friesisch lesen kann. Hinter dieser Kapelle befindet sich wohl die größte Attraktion von Wenningstedt, nämlich das ca. 4.000 Jahre alte Hünengrab "Denghoog". Der Name Denghoog bedeutet soviel wie Thinghügel und dieses wiederum bedeutet Rechtsprechungs-Versammlung. In diesem vom Geologieprofessor Ferdinand Wibel 1868 geöffnetem Grab wurden auch reiche Grabbeilagen wie Werkzeug, Waffen, Gefäßreste und Bernsteinstücke gefunden, die heute im Original im schleswig-holsteinischen Landesmuseum zu finden sind. Kopien dieser Grabbeigaben sind auch im Keitumer Heimatmuseum zu sehen. Es wird vermutet, daß hier einmal eine reiche Sippe gelebt hat und anschließend in "ihrem" Haus beerdigt wurde. Dieses begehbare Hünengrab hat eine 5 Meter lange und 3 Meter breite Kammer, verbunden mit einem 6 Meter langen Gang. Es besteht aus 12 Tragsteinen und 3 Decksteinen. In der Vorsaison kann man dieses am besten erhaltene Hünengrab Deutschlands nach vorheriger Terminabstimmung mit einem erfahrenen Führer besichtigen. In der Hauptsaison von Mai bis September kann man es täglich zwischen 10 Uhr bis 17 Uhr besichtigen.
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